Unsere Zwergzebuherde
Wer in einem Zwergzebuforum ließt das wäre so einfach wie Schafe halten, der sollte sich nicht darauf verlassen – oder fest an „aller Anfang ist schwer“ glauben!
Im Juni vergangenen Jahres kamen zuerst Rudi, Elsa und Luci auf die Anlage. Rudi und Luci noch halbstark, Elsa ausgewachsen und doch zugänglich. Wie drei kleine Kuscheltiere lagen sie in den frischen Spänen in ihrem Unterstand hinter der Halle. Und streicheln ließen sie sich auch – ach war das schön.
Ein echtes Schnäppchen war dann die gesamte Herde mit 16 Tieren, die kurz danach Einzug bei Lucky Horse Stabel hielten. Ein richtig imposanter Bulle namens Sonntag, und jede Menge Damen und Kleine beifuß. Bei der Besichtigung war Sonntag auch noch sehr zugänglich. Der Transport gestaltete sich ganz unkompliziert. Bei uns auf der Anlage, waren die Tiere dann doch sehr schüchtern und hielten sich nur in der letzten Ecke der Weide auf, sobald einer von uns in Sichtweite kam. Eine der Kühe war extrem angriffslustig, aus diesem Grund musste sie leider in der Kühltruhe enden. Der erste Umzug nach einigen Wochen auf neues Weideland (keine 100 m weiter) gestaltete sich durchwachsen. Wir planten sie zu fahren, weil die letzte Verladeaktion bei der Abholung auch so Reibungslos verlief. Aber Sonntag hatte dazu gelernt. Alles was im entferntesten nach einsperren aussah, ließ er nicht zu. Bauzäune, Holzzäune, Stromzäune, Sonntag konnte nichts aufhalten. Nach drei Tagen, und drei vergeblichen Versuchen änderten wir die Strategie. Die inzwischen sehr umgänglichen Kühe, zeigten sich immer mehr Futterinteressiert. So lockten wir die Mädels mit dem Futtereimer, und mit einem gewaltigen Quäntchen Glück und ein wenig Druck im rechten Moment, folgte Sonntag seinen Damen dann auch.
Nur leider wurde uns dabei auch klar, dass Sonntag für die anstehende Impfung und Blutentnahme sicher wenig kompatibel sein würde. Aber so einfach ließen wir uns ja nicht entmutigen – Hadgate und genügend Pandels gekauft, und gut verankert, ein Treibegang... Sonntag ließ sich nicht mal in der Nähe davon erwischen, Wochen, Monate... Die Tatsache, dass Sonntag in der kommenden Saison seine eigenen Töchter gedeckt hätte, hat sein Schicksal dann besiegelt – Tiefkühltruhe.
Zumindest bestand jetzt eine schöne umgängliche Herde. Die Halbstarken wurden abgesetzt und lebten oben hinter der Halle, um regelmäßig mit ihnen arbeiten zu können. Elsa (aus dem ersten Trio) zog zu den anderen tragenden Damen auf die Wiese um. Nicht nur das Elsa dort stark gemoppt wurde, auch wenn die Kleinen freie Tage auf der Wiese verbrachten, hackten alle auf Rudi rum – der doch als zukünftiger Zuchtbulle Karriere machen sollte.
Und nun konnte zumindest die lang geplante Impfung durchgeführt werden. Dabei mussten wir die ersten ungeplanten Verluste einstreichen. Vienchen, die Kleinste aber frechste von allen, wurde bei dieser Aktion von den Großen so geschuppst und geboxt, dass sie drei Tage nach der Aktion von ihren Qualen erlöst werden musste.
Als der Winter kam – der irgendwie ewig zu dauern scheint (aber das ist ein anderes Thema). Überall bekamen wir mit auf den Weg, das Zebus das abkönnen. Ein schöner Unterstand, eine dicke Matte, und gut sei´s gewesen. Gemacht, gebaut... Kurze Zeit nach andauerndem Frost bauten die Halbstarken deutlich ab, klein Elvis wurde der Herde entnommen, und verstarb trotz Pflege kurze Zeit später. Diagnose vom Tierarzt: Bei der Kälte arbeitet der Pansen nicht ausreichend.
Nutztiere hin oder her – wir wurden sofort aktiv und teilten die Herde in kleine Gruppen um sie in den Pferdeboxen mit Paddock aufzustallen. Die Lütten verbringen seitdem die Nächte eingesperrt in der Box, die älteren Damen haben zwar Rund um die Uhr Freigang, aber ein dickes Strohbett inmitten von festen Wänden. Seitdem mussten wir auf Grund der Witterung keine Verluste mehr einstreichen.
Um so trauriger das uns seitdem eine Frühgeburt verstorben ist. Trotz aller Versuche, Kälbchen in die Wärme vom Büro, Tierärztliche Betreuung, und, und, und, der Zwerg hat es nicht geschafft. Die Kuh hatte schon im Vergangenen Jahr kein Kälbchen beifuss. Kurz danach verkalbte die nächste Kuh. Das Kälbchen war so verdreht im Mutterleib, das nicht mal die Kuh gerettet werden konnte. Rinderhaltung voller Enttäuschung!!!!
Doch endlich konnte der Teufelskreislauf durchbrochen werden. Pünktlich zum Rinderkurs erfreute uns Elsa am 07.02.2010 mit einem gesundes Kälbchen. Die Kleine ist putzmunter und Elsa lässt uns an ihrem Aufwachsen direkt teil haben – das ist eine ganz tolle Zeit. Nun kam heute noch Omas Baby dazu. Warum Oma ihr Baby nicht leiden kann wissen wir nicht. Um so schöner, dass unser TV-Horsetrainerteam das Leben der Kleinen retten konnte. Und da wir keine Mühen scheuen, wird die kleine Orelie eben eine Handaufzucht. Aber so hat Elsa´s Baby wenigstens einen Spielkameraden für die kommende Weidesaison.
Wer sich also denkt, er stellt sich mal eben ein paar Zwergzebus auf die Wiese, und wird ein neuer Cowhorsestar, dem soll gesagt sein – Pferdetrainer sein ist eine Sache, Bauer sein, eine ganz andere!!!!!!!!!!

















